Hilfeleistung in Traunstein – Regen verschärft die Lage

„Die Lage hier verschärft sich dramatisch.“ Nach den tagelangen Schneefällen macht den Einsatzkräften in den Krisengebieten in Südbayern nun der Regen zu schaffen. So auch den vielen Helfern aus dem Landkreis Freising. „Es schüttet aus Kübeln“, sagte Kreisbrandrat und Kontingentführer Manfred Danner am Sonntagnachmittag.

 

Den dritten Tag in Folge schuften die Ehrenamtlichen aus dem Landkreis Freising nun schon im Landkreis Traunstein: Vom Morgengrauen bis zur Dämmerung schaufeln sie Schnee von Dächern. Ein gewaltiges Kontingent ist am Sonntag in aller Früh für den Hilfeleistungseinsatz nach Traunstein gefahren. 331 Feuerwehrleute und 49 Fahrzeuge sind es diesmal – das toppt sogar noch die Vortage. „Beindruckend, was in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt wurde. Der Landkreis Freising ist stolz auf seine Feuerwehren“, sagte Karoline Schatz, Abteilungsleiterin für Sicherheit und Ordnung.

 

Noch immer drohen Gebäude einzustürzen, schnellstmöglich müssen sie von der Schneelast befreit werden. Doch der Regen erschwert die Aufgabe zusätzlich. Ein Gymnasium, mehrere Tankstellen, ein Einkaufszentrum, eine Dialysestation haben die Freisinger am Sonntag abgeräumt. Außerdem wurde ein Zug mit 62 Kräften zu einem weiteren Einsatz nach Siegsdorf abgezogen.

 

Dem Feuerwehrmann, der am Samstag von einem Schneebrett verletzt wurde, geht es besser, er ist bereits wieder zuhause und erholt sich. Leider musste auch am Sonntag eine Person nach einer Kreislaufschwäche ins Krankenhaus gebracht werden.

 

Mitglieder folgender Feuerwehren waren am Sonntag im Einsatz: Mauern, Attaching, Freising, Pulling, Enzlhausen, Günzenhausen, Marzling, Mintraching, Oberhummel, Wenig, Appersdorf, Attenkirchen, Au, Baumgarten, Haslach, Osterwaal, Paunzhausen, Tegernbach, Wolfersdorf, Zolling, Eching, Hallbergmoos, Massenhausen, Neufahrn, Eching, Haag, Inkofen, Moosburg, Plörnbach, Thonstetten, Wippenhausen, Allershausen, Gammelsdorf, Hohenkammer, Hörgertshausen, Kirchdorf, Kranzberg, Volkmannsdorferau und Enghausen-Priel.

 

THW-Helfer stellen sich auf langen Einsatz ein
Eine Verbesserung der Lage in den Katastrophengebieten ist derzeit nicht in Sicht. „Der Schnee ist tonnenschwer“, sagt der Freisinger THW-Ortsbeauftragte Michael Wüst. Daher richten sich die Kräfte vom THW darauf ein, nicht wie bisher geplant bis Dienstag unterwegs zu sein. „Wir gehen davon aus, dass wir mindestens bis Ende der kommenden Woche helfen werden.“ Die Freisinger haben eine Abschnittsleitung im Landkreis Berchtesgadener Land übernommen und koordinieren nun die Kräfte verschiedener Ortsverbände. Insgesamt rund 1400 THW-Helfer aus Bayern sind derzeit in Hilfseinsätzen, 40 davon aus dem Landkreis Freising. Obwohl der eine oder andere „heute früh bestimmt Muskelkater hatte“, seien seine Leute „mit Feuereifer dabei“. Im Gegensatz zur Feuerwehr übernachten die THWler vor Ort. „Und weil im Normalfall mit Einbruch der Dunkelheit die Arbeit endet, kommt man nachts auch zur Ruhe.“

 

BRK organisiert 800 Feldbetten für Miesbach

Auch im Landkreis Miesbach spitzt sich die Situation immer mehr zu. Entsprechend hat sich die Mannschaft des BRK-Kreisverbandes Freising vergrößert, die dort Hilfe leistet. Inzwischen sind etwa 25 Rotkreuzler von der Schnelleinsatzgruppe Betreuungsdienst und der Schnelleinsatzgruppe Transport in Bad Wiessee, um sich um die vielen Einsatzkräfte zu kümmern. Außerdem mussten sie am Sonntag auf die Schnelle 800 Feldbetten organisieren, weil in Miesbach eine Notunterkunft errichtet wurde. Beim Aufbau war die Schnelleinsatzgruppe Technik und Sicherheit aus Freising behilflich.

 

Während vor Ort schwere körperliche Arbeit verrichtet wird, glühen zuhause die Telefonleitungen. Auch für Montag stellen die Verantwortlichen der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) ein Hilfeleistungskontingent zusammen. Um 6 Uhr werden wieder 255 Feuerwehrleute mit 40 Fahrzeugen nach Traunstein fahren.

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