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Was brauchen Familien im Landkreis Freising?: Auftaktveranstaltung „Strukturelle Weiterentwicklung kommunaler Familienbildung“

„Familien sind die Basis der Demokratie. Darum ist es sehr wichtig, dass wir ihnen unterstützend zur Seite stehen.“ Mit diesen Worten eröffnete Anita Meinelt, Stellvertreterin des Landrats, die Auftaktveranstaltung „Strukturelle Entwicklung kommunaler Familienbildung“. Rund 35 Fachleute aus Kita, Schule, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie aus Gemeinde- und Stadtverwaltungen und Politik hatten sich auf die Einladung der Koordinierungsstelle für Familienbildung im Großen Sitzungssaal des Landratsamts Freising eingefunden. Meinelt dankte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern schon vorab für deren Mitwirkung.

 

Familienbildung ist ein Leitziel der Kinder- und Jugendhilfe. Mit dem Förderprogramm „Strukturelle Weiterentwicklung kommunaler Familienbildung“ unterstützt das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales die Landkreise und kreisfreien Städte beim Aus- und Aufbau kommunaler Familienbildung. Ziel ist die bessere Vernetzung und Bekanntmachung der bestehenden Angebote für Familien. In vielen Gemeinden seien bereits solche vorhanden, betonte Sabine Ketzler, Leiterin des Sachgebietes „Besondere Fachdienste“ am Jugendamt Freising. „Doch dabei geht es oftmals um Intervention, aber wir sollten mehr präventiv arbeiten.“ Familienbildung ziele darauf ab, Eltern und Erziehungsberechtigten durch präventive Arbeit Impulse und Räume zu schaffen, damit sie selbst ein Problembewusstsein entwickeln, um Schwierigkeiten in der Familie aufzufangen, oder sich bei Bedarf fachliche Unterstützung holen.

 

Es fehlten allerdings oft Projekte, die „so niedrigschwellig sind, dass wir wirklich alle Familien erreichen können“. Genau da setzen Familienstützpunkte an, die derzeit in ganz Bayern aufgebaut werden. Das sind wohnortnahe Kontakt- und Anlaufstellen, die konkrete Angebote der Eltern- und Familienbildung in einer Kommune vorhalten und mit anderen sozialen Einrichtungen gut vernetzt sind. Sie bieten für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Familien je nach Alter der Kinder und Familiensituation geeignete Hilfen an. „Familienstützpunkte sind ein wichtiger Baustein. Hier kann man sich treffen, austauschen und beraten lassen“, sagte Meinelt.

 

Bedarfe und Wünsche in den Gemeinden abgefragt

Seit Juli 2019 beteiligt sich der Landkreis Freising an dem Förderprogramm. Am Landratsamt wurde die Koordinierungsstelle für Familienbildung eingerichtet. Nach einer zweijährigen Projektphase, in der die zuständige Mitarbeiterin Adina Leeb ein Konzept für landkreisweite Familienbildung erarbeitete, begann mit der Auftaktveranstaltung nun die Umsetzungsphase. Leeb stellte das Konzept vor und präsentierte einige Ergebnisse aus der Einrichtungs- und Elternbefragung, die sie zuvor durchgeführt hatte. Dabei war ihr die Meinung der anwesenden Expertinnen und Experten aus der Praxis „wichtig, da diese in die Fortschreibung des Konzeptes einfließen und die thematische Basis für weitere Austauschtreffen bieten sollen“. Großer Wunsch der meisten Einrichtungen: eine landkreisweite Vernetzung im Bereich der Familienbildung.

 

„In fast allen Kommunen des Landkreises äußerten die Eltern den Wunsch nach Angeboten mit dem Ziel der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um den Druck durch gestiegene Anforderungen im Berufsleben abzufedern“, sagte Adina Leeb. „Zudem ist der hohe Bedarf nach Anregungen im Bereich der Freizeitgestaltung ein Indikator dafür, dass Familien die durch ihre Berufstätigkeit weniger vorhandene Freizeit gut nutzen möchten.“ Auf die Bestands- und Bedarfsanalyse aufbauend sollen Familienstützpunkte geschaffen werden, die sich genau nach den Bedarfen vor Ort ausrichten.

 

Interessierte Einrichtungen bzw. Träger werden aktuell darum gebeten, sich für die Errichtung eines Familienstützpunktes zu bewerben. Mit der Durchführung des Bewerbungs- und Auswahlverfahrens ist das Jugendamt Freising beauftragt.

 

Die Bewerbungsunterlagen.

Bewerbungsschluss ist am 16. Dezember 2022.

Adina Leeb von der Koordinierungsstelle für Familienbildung.

Hoben die Bedeutung von Familienbildung hervor (v.l.) Arabella Gittler-Reichel (Leiterin des Jugendamts Freising), Anita Meinelt, Stellvertreterin des Landrats, und Sabine Ketzler, Leiterin des Sachgebietes „Besondere Fachdienste“.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Sitzungssaal.

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