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Trägerversammlung: Corona beeinflusst die Arbeit des Jobcenters Freising – Zahl der Kunden steigt

Das Coronavirus hat für viele Menschen nicht nur gesundheitliche Folgen, sondern auch soziale. Deutlich wird dies an den Zahlen, die das Jobcenter Freising in seiner jüngsten Trägerversammlung vorgelegt hat. Zwar federt das Instrument Kurzarbeitergeld einiges ab. Dennoch hat der erste Lockdown im Frühjahr schon vielen Menschen auch im Landkreis Freising den Arbeitsplatz gekostet. „Ab April hatten wir massive Zugänge zu verzeichnen“, sagte Geschäftsführer Bernhard Reiml. Im Vergleich zum Vorjahr verdoppelte sich die Zahl der Antragstellungen auf Arbeitslosengeld 2, sodass derzeit rund 3460 Personen in 1790 sogenannten Bedarfsgemeinschaften betreut werden. Für Leistungen zum Lebensunterhalt wurden bisher 5,4 Millionen Euro, für Unterkunft und Heizung 6,1 Millionen Euro ausgegeben. Im Verhältnis zu 2019 bedeutet dies aktuell Mehrausgaben in Höhe von 1,8 Millionen Euro. „Das war keine Eintagsfliege. Das wird uns noch länger begleiten.“

 

Knapp 380 Kunden konnte das Jobcenter bisher im laufenden Jahr (Stand Oktober) in den Arbeitsmarkt vermitteln. „Das liegt deutlich unter dem, was wir uns vorgenommen haben“, so Reiml. Im vergangenen Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt rund 500. „Die größten Verlierer der Coronakrise sind die Langzeitbezieher“, sagte der Geschäftsführer. Viele Arbeitgeber hätten Ausschreibungen gestoppt, Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen nicht weiterbeschäftigt, viele kleine Jobs seien weggefallen. Wenn ein Arbeitgeber derzeit jemanden einstelle, dann niemanden, der bereits seit zwei Jahren oder länger arbeitslos gemeldet ist.

 

Und auch für das Jahr 2021 rechnet man beim Jobcenter nicht mit einer spürbaren Erleichterung. Größere Arbeitgeber hätten bereits signalisiert, bis auf Weiteres keine Leute anstellen zu wollen. Angesichts der erneuten Kontaktbeschränkungen und des damit verbundenen Rückgangs des Flugverkehrs werde es auch den Flughafen München als großen Arbeitgeber wie viele andere Unternehmen in der Region schwer treffen, betonte Landrat Helmut Petz. Deshalb appellierte der Landrat, sich möglichst strikt an die infektionsschutzrechtlichen Vorgaben zu halten: „Je mehr jeder Einzelne von uns durch sein Verhalten zur Risikominimierung beiträgt, umso eher können wir die für unser gesellschaftliches, wirtschaftliches und persönliches Wohlbefinden so dramatischen Einschränkungen zurücknehmen.“

 

Bernhard Reiml bleibt Geschäftsführer

Die Amtszeit des derzeitigen Geschäftsführers des Jobcenters Freising endet Mitte 2021. „Ich bedanke mich für Ihre bisherige erfolgreiche Arbeit und möchte mich gerne dem Vorschlag von Nikolaus Windisch, dem Leiter der Agentur für Arbeit Freising, anschließen, dass Sie diese Aufgabe weiterhin fortsetzen“, sagte Landrat Petz im Laufe der Sitzung. Die Trägerversammlung bestellte daraufhin Bernhard Reiml für weitere fünf Jahre.

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