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Tourismus im Landkreis Freising: Corona-Pandemie lässt Zahlen einbrechen

Die Tourismusentwicklung im Landkreis Freising konnte sich in den vergangenen Jahren sehen lassen. Im Zeitraum zwischen 2013 und 2019 war bei den Gästeankünften eine Steigerung von 25,5 Prozent, bei den Übernachtungszahlen sogar eine Steigerung von 31,5 Prozent zu verzeichnen. „Doch die Corona-Pandemie hat diesen Aufwärtstrend jäh gestoppt und stellt die Gastgeber und Gastronomiebetriebe in der Region auf eine harte Probe“, sagt Martina Mayer, Tourismusreferentin am Landratsamt Freising.

 

Corona lässt Tourismuszahlen 2020 massiv einbrechen

Die Corona-Krise führte auch im Landkreis Freising zu einem massiven Einbruch der Tourismuszahlen. Laut Bayerischem Landesamt für Statistik sank die Zahl der Übernachtungen im Jahr 2020 um 51,4 Prozent auf 517.900, die der Gästeankünfte sogar um 62,2 Prozent auf 245.700. Zum Vergleich: Oberbayernweit lag der Rückgang im Hinblick auf die getätigten Übernachtungen bei 44,7 Prozent, im Münchner Umland sogar bei 52,4 Prozent.

 

Fast drei Viertel der Gäste kamen aus dem Inland in den Landkreis Freising. Der Anteil an ausländischen Übernachtungsgästen ging von 32 Prozent in 2019 auf 25 Prozent in 2020 zurück. Die größten Einbrüche sind in den Gemeinden in Flughafennähe (Neufahrn, Eching, Hallbergmoos) sowie in der Stadt Freising zu verzeichnen.

 

Die durchschnittliche Auslastungsquote bei Betrieben ab zehn Betten in der Region Freising sank auf 22,6 Prozent. Lediglich bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer konnte eine Steigerung von 1,6 Tagen im Vorjahr auf 2,1 Tage verzeichnet werden. Das heißt, die Gäste, die sich im Landkreis Freising aufhielten, blieben länger vor Ort. „Ziel wird es auch zukünftig sein, die durchschnittliche Verweildauer durch gezielte Werbe- und Marketingmaßnahmen zu erhöhen und den Gästen einen längeren Aufenthalt im Landkreis schmackhaft zu machen“, so Mayer.

 

2019 über eine Million Übernachtungen

Bis zum Jahr 2019 hatte der Tourismus im Landkreis Freising eine sehr erfreuliche Entwicklung genommen. Die Zahl der Übernachtungen im Landkreis Freising knackte erneut die Eine-Million-Marke. Laut Landesamt für Statistik lag sie bei 1.066.000 – eine Steigerung von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwar sanken die Gästeankünfte um 2,7 Prozent, dafür konnte die durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf 1,6 Tage (im Vergleich zu 1,5 Tagen in den Vorjahren) gesteigert werden. Dabei lag die durchschnittliche Auslastungsquote bei gewerblichen Betrieben mit zehn oder mehr Betten insgesamt bei 46,7 Prozent und damit leicht über dem Bayerndurchschnitt von 46,3 Prozent.

 

Und dass sich Tourismus nicht nur primär auf das Gastgewerbe (Hotellerie und Gastronomie), sondern im Rahmen der Wertschöpfungskette auch positiv auf andere Branchen wie Einzelhandel und weitere Dienstleistungen auswirkt, bestätigt die Studie der dwif Consulting GmbH im Münchner Umland zum Thema Wirtschaftsfaktor Tourismus in 2019. Das Ergebnis: Jeder fünfte Gast in Oberbayern schläft im Münchner Umland. Dazu zählen die Landkreise München, Dachau, Ebersberg, Erding, Fürstenfeldbruck und Freising. Dabei gibt ein Übernachtungsgast im Hotel durchschnittlich 173,40 Euro, ein Gast in einer Privatunterkunft 80,40 Euro und ein Tagesausflügler 23,80 Euro aus. Insgesamt führte dies zu einem Brutto-Umsatz von 1,75 Milliarden Euro. Davon profitierten zu 52 Prozent das Gastgewerbe (Hotellerie, Gastronomie), zu 29 Prozent der Einzelhandel und zu 19 Prozent weitere Dienstleistungen.

 

Wandern und Radfahren so gefragt wie nie

Corona hat auch die Interessen der Tagesausflügler geändert. Laut dwif Tagesreisemonitor 2020 stehen Aktivitäten wie Wandern, Radfahren und Naturerlebnisse an erster Stelle. Besuche von Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Veranstaltungen sind coronabedingt im Ranking zurückgefallen – was natürlich mit dem monatelangen Lockdown zu tun hat.

 

„Der Landkreis Freising nimmt diesen Trend auf und setzt seinen Schwerpunkt in 2021 auf die Weiterentwicklung der Outdoorangebote, von denen Einheimische und Gäste gleichermaßen profitieren können“, sagt Tourismusreferentin Mayer. Anfang April erscheint eine neue Radkarte mit verschiedenen Tourenvorschlägen. Weitere Radtouren werden dann auch digital auf dem Tourenportal outdooractive zu finden sein. Im Rahmen der Aktion „Rausspaziert!“ werden derzeit die schönsten Spazierwege und leichte Wanderungen in den Freisinger Landkreisgemeinden aufbereitet und digitalisiert. Und auch die inzwischen etablierte Themenbroschüre „Gartenschätze & Naturerlebnisse“ wird es in aktualisierter Version im Frühjahr wieder geben.

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