Sielmann-Dialog: „Quellschutz Ampertal“ als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet

Das Projekt „Quellschutz im Ampertal“ in der Trägerschaft des Landschaftspflegeverbands Freising und der Heinz Sielmann Stiftung ist von der UN-Dekade Biologische Vielfalt als vorbildliches Projekt zur Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt ausgezeichnet worden. Landrat Josef Hauner überreichte  im Rahmen des Sielmann Dialogs „Wo Bayerns Vielfalt wieder blüht“ die Auszeichnung an Matthias Maino, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Freising und Michael Beier, Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung.

 

„Der Landkreis Freising war vor 30 Jahren Musterlandkreis für die Erstellung des Arten- und Biotopschutzprogrammes und hat 1991 zur Umsetzung den Landschaftspflegeverband gegründet“, sagte der Landrat. Im Vorstand sind Naturschutz, Landwirte und Politik vereint. „Wir waren ein Pionier-Landkreis.“

 

Seither seien hier „Muster-Gemeinden“ entstanden, die den Wert der Natur schätzten und beim Thema Ersatzflächen vorbildhaft agierten“, betonte Matthias Maino. Und das sei auch sehr wichtig, denn es gebe dringenden Handlungsbedarf: „Arten verschwinden. Uns läuft die Zeit davon.“ Dafür sei es jedoch notwendig, Geld in die Hand zu nehmen und den Landschaftspflegeverband noch mehr zu unterstützen. „Der Naturraum muss als Investitionsraum betrachtet werden.“

 

Die Heinz Sielmann Stiftung und der Landschaftspflegeverband arbeiten hier eng zusammen. Und das nicht nur auf lokaler Ebene. „Wir wollen das Ampertal als Beispielprojekt in ein Bundesprogramm aufnehmen lassen“, betonte Vorstand Michael Beier.

 

Der Landkreis Konstanz habe mehr als die Hälfte seines Gebiets „unter Schutz gestellt“, erläuterte der dortige Landrat Frank Hämmerle, der zusammen mit seinem Freisinger Kollegen Hauner sowie Matthias Maino und Jörg Steiner, dem Leiter der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Freising, an einem Podiumsgespräch teilnahm. Rund 50 Biotope seien in seinem Landkreis geschaffen worden. „Wir setzen auf die Natur sowie auf Innovation und Forschung.“

 

Der Schlüssel zum Erfolg des Projekts „Jeder Gemeinde ihr Biotop“ liege an der Einbindung der Bevölkerung. „Naturschutz geht nur mit den Bürgern“, sagte Hämmerle. „Sie wollen es und es ist Begeisterung vorhanden.“ Dem konnte Maino nur beipflichten. „Entscheidend sind die Grundbesitzer. Die Landwirte sind unsere Landschaftsgestalter.“ Landrat Hauner zeigte sich „überzeugt“, dass das auch im Landkreis Freising funktionieren kann. „Wir haben hier viele Leute, die ein Gespür für die Natur haben.“ Er erinnerte daran, dass der Landkreis auch die Projektleitung von „Allen Unkenrufen zum Trotz“ übernommen habe – einem Schutzprogramm für die Gelbbauchunke.

 

 Das Projekt „Quellschutz im Ampertal“

Quellen sind ganz besonders wertvolle ökologische Lebensräume für viele sehr seltene Tiere und Pflanzen. Hier finden Laubfrosch und Gelbbauchunke, Quellmoos und Libellen bis hin zu sehr anspruchsvollen Quellschnecken, die ausschließlich hier leben können, die passenden Bedingungen. Doch heute sind viele Quellen verschmutzt oder zur Trinkwassergewinnung eingesperrt. Damit stirbt die Artenvielfalt auf den umgebenden Flächen. Umso wichtiger ist die Wiederherstellung und Optimierung der Quelllebensräume.

 

Die Projektträger Heinz Sielmann Stiftung und der Landschaftspflegeverband Freising wollen mit dem auf drei Jahre angelegten Projekt Eigentümer und Öffentlichkeit für die ökologische Bedeutung der Quellen sensibilisieren, dazu gemeinsam mit den Flächeneigentümern Lösungen finden und Maßnahmen umsetzen, damit die Quellen im südlichen Ampertal zukünftig wieder sprudeln können und die biologische Vielfalt zurückkehren kann.

 

Als vorbildliches Projekt wurde "Quellschutz im Ampertal" von der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet

Podiumsgespräch unter der Moderation von Prof. Dr. Volker Zahner, Prodekan der Hochschule Weihenstephan (v.l.) mit Jörg Steiner, Matthias Maino, Landrat Josef Hauner und Landrat Frank Hämmerle

Interessiert Zuhörer hatten sich im Großen Sitzungssaal eingefunden

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