MVV-Tarifreform beschlossen – Auswirkungen für den Landkreis Freising

Der Verbundrat und die Gesellschafterversammlung des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV) haben am 6. Juli die Umsetzung der Tarifreform beschlossen. An den Arbeiten zur Reform waren acht Landkreise, unter anderem der Landkreis Freising, sowie Verkehrsunternehmen und Fahrgastverbände beteiligt. Im nächsten Schritt müssen der Stadtrat der Landeshauptstadt sowie die Gremien der acht Verbundlandkreise ihre Zustimmung erteilen, so dass die Neuerung zum 9. Juni 2019 in Kraft treten kann.

                     

Die MVV-Tarifreform basiert im Wesentlichen auf drei Säulen und bringt wichtige Verbesserungen für die Fahrgäste im gesamten Verbundraum:

 

1. Öfter „öffentlich“ fahren lohnt sich

Wer regelmäßig mit Bus und Bahn fährt, profitiert von den attraktiv gestalteten Monats-, Abo- und Jahreskarten sowie von der preisstabilen Streifenkarte. Auch der bewährte einheitliche Kindertarif (1 Streifen für alle Fahrten) bleibt erhalten. Im Gegenzug werden die Preise für Einzel- und Tageskarten angehoben.

 

2. Neugestaltete Tarifzonen sorgen für mehr Bewegungsraum

Die Tarifräume wurden in sieben Tarifzonen neu gestaltet und durchgängig strukturiert. Der aktuelle, sogenannte Innenraum, bzw. die Ringe 1-4 sowie Teile des aktuellen Ring 5 bilden zukünftig die Zone M. Die Grenze verläuft am Münchner Autobahnring A99, der gedanklich im Süden weitergezogen wird. Der aktuelle Außenbereich bzw. die Ringe 5-16 wurde in sechs neue Tarifzonen aufgeteilt und eine Vielzahl von Bushaltestellen bzw. Orte wurden in diesen Tarifbereichen neu zugeordnet.

 

3. So einfach wie noch nie

Mit den neuen Tarifzonen, einheitlichen Zählregelungen bei der Tariffindung für die zu zahlenden Zonen und der Preisgestaltung wurden die Preissprünge etwas relativiert.

Die neue klare Struktur folgt einer einheitlichen Logik für das gesamte Ticketsortiment. Für (nahezu) alle Fahrscheine gelten nun sieben Tarifzonen – statt den bisher sechzehn Ringen, vier Zonen und drei Räume je nach Ticketart. Das führt zu einem einfacheren „Ticketlösen“.

 

Die MVV-Tarifreform für den Landkreis Freising:

 

Die neuen Tarifzonen:

Das Landkreisgebiet erstreckt sich künftig auf die Tarifzonen zwei bis sechs.

Es wurde darauf geachtet, dass zusammenhängende Siedlungsstrukturen nicht durch eine Tarifgrenze durchschnitten werden. Dazu gehört auch, dass S-Bahnhöfe in die Tarifzone der jeweiligen Ortschaft gelegt wurden. Zudem ist die Kreisstadt Freising von allen Orten des Landkreises mit einem Fahrschein für maximal zwei Tarifzonen erreichbar.

 

Positiv zu werten sind außerdem die großzügig gestalteten Überlappungsbereiche, also Bereiche in denen zwei Tarifzonen gelten. Hier sind insbesondere die Gemeinden Attenkirchen, Haag a. d. Amper, Langenbach, Hallbergmoos und Eching hervorzuheben. Ein Fahrgast aus Langenbach zum Beispiel fährt somit nur mit einer Zone nach Moosburg oder Freising.

 

Das Fahrkartensortiment:

Das aktuelle Fahrkartensortiment bleibt grundsätzlich erhalten, wobei die meisten Tickets der neuen 7-Tarifzonen-Logik folgen. Keine Änderungen ergeben sich beim bewährten Kindertarif, der Fahrrad-Tageskarte, der Grünen Jugendkarte, dem Semesterticket, beim U21-Ticket und den Kurzstreckenregelungen.

Neu eingeführt wird das bereits in der Landeshauptstadt und im Landkreis München angebotene Sozialticket. Dies wird künftig verbundweit erhältlich sein. Für Hilfeberechtigte in unserem Landkreis wird nun ein günstiges, flexibles Mobilitätsangebot geschaffen, welches ebenfalls der neuen Tarif-Logik folgt.

Beim beliebten Seniorenticket entfällt künftig die Sperrzeit und es kann somit rund um die Uhr genutzt werden. Mit Blick auf das Renteneintrittsalter wurde im Gegenzug jedoch die Altersgrenze auf 65 Jahre angehoben.

 

Die neuen Preise:

Wichtig bei der Preisgestaltung war zum einen die Bindungswirkung der Fahrgäste an den MVV, aber auch die Einfachheit und Gerechtigkeit. Hierzu zählen insbesondere die einheitliche 7-Zonen-Logik sowie, dass künftig doppelt durchfahrene Zonen nur noch einfach gezählt werden. Beispielsweise werden die München-Pendler aus Hallbergmoos für die IsarCard Jahr umgerechnet pro Monat statt bisher 120,50 € (10 Ringe) nur noch 113,75 € (M+3) zahlen. Genauere Tarifinformationen auf der MVV-Homepage: www.mvv-muenchen.de/tarifreform

 

Dauernutzer:

Auf die Dauernutzer entfallen insgesamt ca. 8 Mio. Fahrten p.a. im Landkreis Freising – davon werden ca. 5,7 Mio. Fahrten p.a. billiger oder nahezu gleich teuer sein. Dies entspricht ca. 71 Prozent der Fahrten.

Gelegenheitsnutzer:

Auf die Gelegenheitsnutzer entfallen insgesamt ca. 3,6 Mio. Fahrten p.a. im Landkreis Freising – davon werden ca. 0,64 Mio. Fahrten p.a. billiger oder nahezu gleich teuer. Dies entspricht ca. 18 Prozent der Fahrten.

 

Die Verhandlungspartner konnten sich darauf einigen, dass künftige Tariferhöhungen nach einem transparenten Preisindex ermittelt werden sollen. Das neue Berechnungsmodell soll im Herbst von den Aufgabenträgern des MVV beschlossen werden.

 

Ausblick:

Der MVV-Verbundrat und die Gesellschafterversammlung haben mit ihrem Beschluss die Grundlagenentscheidung getroffen. In einem nächsten Schritt wird das Reformpaket nun dem Münchner Stadtrat und den Kreistagen in den acht Verbundlandkreisen zum Beschluss vorgelegt. Voraussichtlich am 25.10.2018 wird sich der Kreistag des Landkreises Freising mit der Tarifstrukturreform befassen.

 

Zum Schuljahresbeginn 2019/2020, soll das derzeit noch in Abstimmung befindliche Schüler-/Azubi-Ticket in das Fahrkartensortiment aufgenommen werden. Dieses Ticket würde die Mobilität der Jugendlichen – vor allem in den Landkreisen – stärken.

 

Die kürzlich von einzelnen Gemeinden vorgebrachten Änderungswünsche konnten für den Startermin der Tarifstrukturreform am 9. Juni 2019 leider nicht mehr berücksichtigt werden. Es wurde jedoch im gemeinsamen Spitzengespräch mit Staatsministerin Ilse Aigner, Herrn Oberbürgermeister Dieter Reiter und Herrn Landrat Robert Niedergesäß vereinbart, dass nach einer ersten Bewährungszeit der neuen Tarifstruktur hierüber entschieden werden soll. Beispielsweise auf die Eintarifierung des Flughafens hatte der Landkreis Freising seit Beginn der Verhandlungen Anfang 2016 stets ein großes Augenmerk und wird sich hier auch weiterhin für die angrenzenden Gemeinden, insbesondere die Gemeinde Hallbergmoos, einsetzen. Auch die Zuordnung der Stadt Moosburg (Zone 6) – als wichtige Pendlerbeziehung im nördlichen Landkreis – wird der Landkreis Freising hierbei nochmals vorbringen.

 

Alle Informationen zur Tarifreform, inklusive der dann geltenden Preise, unter: www.mvv-muenchen.de/tarifreform

 

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