„LUISA ist hier“: Kampagne soll vor sexueller Belästigung schützen

„Ist Luisa hier?“ Frauen und Mädchen, die sich beim Ausgehen beobachtet, belästigt oder einfach unwohl fühlen, können sich in vielen Freisinger Kneipen ab sofort mit dieser Frage an das Personal wenden. Der Arbeitskreis Mädchen hat die Kampagne „LUISA IST HIER!“ nach Freising geholt. Ziel des niedrigschwelligen Hilfsangebots ist es, Frauen aus solchen Situationen herauszuholen und ihnen ein Gefühl von Sicherheit zu geben. Außerdem setzt der Landkreis damit ein Zeichen, dass sexualisierte Gewalt und Belästigung weder verharmlost noch toleriert werden.

 

Vorbild der Initiative ist das aus England stammende Projekt „Ask for Angela“. Im Dezember 2016 es übernahm der Frauen-Notruf Münster. „Weil man Angela hierzulande nicht nehmen konnte, wurde eben Luisa daraus“, sagt Cordary. „Mittlerweile ist die Kampagne in mehr als 50 Städten verbreitet.“ Jetzt auch in Freising.

 

In Lokalen ist es oft sehr laut und unübersichtlich – die Gelegenheit für sexuelle Belästigung ist gut, Grenzen vom Flirt zu anzüglichen Bemerkungen und Berührungen verschwimmen. „Für viele Frauen ist es unangenehm, in so einer Situation laut um Hilfe zu rufen und damit die Aufmerksamkeit aller anderen Gäste auf sich zu ziehen“, sagt Regina Cordary vom Amt für Jugend und Familie Freising. Das Codewort „Luisa“ beinhaltet einen Kopfton, der in so einer Umgebung leicht verständlich ist. „So wollen wir Betroffenen die Hemmungen nehmen, sich Hilfe zu holen.“ Denn sie haben ein Recht auf Unterstützung und werden nicht allein gelassen. Übrigens dürfen sich natürlich auch Männer an das Personal wenden.

 

Wird die Frage „Ist Luisa hier?“ gestellt, dann bieten die Angestellten den betroffenen Personen eine Rückzugsmöglichkeit an. Was genau passiert ist, fragen sie nicht. Anschließend wird geschaut, welche Hilfe in Anspruch genommen werden soll. Soll eine andere Person nur beobachtet, Freunde oder ein Taxi gerufen oder die Polizei informiert werden? „Wichtig ist, dass die Frau selbst entscheidet.“

 

Die Angestellten der teilnehmenden Gastronomiebetriebe werden von Mitgliedern des Arbeitskreises Mädchen speziell geschult und für das Thema Belästigung sensibilisiert. Auch in der Öffentlichkeit soll die Aufmerksamkeit darauf gelenkt werden, dass sexualisierte Gewalt überall geschehen kann.

 

17 Kneipen und Lokale beteiligen sich bereits an der Aktion. Welche, das ist an dem Aufkleber an der Eingangstür sowie an den Plakaten auf den Toiletten erkennbar. Dabei sind bisher Bierstüberl, Carlitos, CP1, Effe & Gold, Et Cetera. Fellas, Furtner, Klimperkasten, Lounge 27, Nachtcafé, ParkCafe, Q-Bar, Stadtcafé, Towers, Twenty Nine sowie die beiden Jugendzentren Vis á Vis und Tollhaus.

 

Interessierte Gastronomen können sich an Regina Cordary, Telefon 08161/600-731, oder per E-Mail an praeventionfreising[at]web.de wenden.

An den Türschildern ist erkennbar, welche Lokale an der Aktion "Luisa ist hier" teilnehmen

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