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Herbstdienstversammlung der Feuerwehren: Ärger über Fehlalarme

Feuerwehrleute sind Ehrenamtler. Die allermeisten jedenfalls. Sie opfern ihre Freizeit, um anderen Menschen im Notfall schnell Hilfe zu leisten. Jede Gelegenheit nutzt Landrat Josef Hauner, um ihnen dafür seinen Dank auszusprechen. So auch bei der diesjährigen Herbstdienstversammlung der Kommandanten in der Moosburger Schäfflerhalle. Doch die Einsatzkräfte im Landkreis Freising müssen sich oft ärgern – über zum Teil überflüssige Fahrten.

 

„Fehlalarmierungen, Dauerbaustellen und Nichtigkeiten machen uns die Arbeit schwer“, sagte Michael Hinterholzer, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes. Die originäre Aufgabe der Feuerwehr gerät in den Hintergrund. „Feuer spielt inzwischen eine untergeordnete Rolle.“ Vermehrt rücken die Wehren zu technischen Hilfeleistungen aus, wenn Straßen überflutet oder Bäume umgeknickt sind, leisten als First Responder Erste Hilfe, weisen bei Veranstaltungen die Autos in den Parkplatz ein. Dazu braucht es ständige Weiterbildung, persönliche und fachliche Kompetenzen.

 

„Nicht vorschnell die 112 wählen!“

Doch falsch eingestellte Brandmeldeanlagen oder der Missbrauch der Notrufnummer halten die Kräfte auf Trab. „Wenn ein Keller einen Zentimeter unter Wasser steht oder ein Zweigerl auf der Fahrbahn liegt – das kann nicht die Arbeit der Feuerwehr sein“, sagte Hinterholzer. „Ein Rabe hackt auf eine Taube ein.“ Diese Aussage sei kürzlich über Funk gekommen, erinnerte sich Kreisbrandrat Manfred Danner. „Ich weiß nicht, ob die Feuerwehr da unbedingt ausrücken muss.“ Die Verantwortlichen appellierten an die Bevölkerung, nicht vorschnell die 112 zu wählen. Auch um keine Einsatzkräfte zu blockieren, die dann im echten Notfall vielleicht fehlen.

 

Damit die Feuerwehren ihren Dienst bestmöglich erledigen können, brauchen sie eine gute Ausstattung und Ausbildung. Darum biete der Landkreis Freising nun zwei Ergänzungen im Lehrgangsangebot am Feuerwehrausbildungszentrum an, betonte Landrat Hauner. Es gibt jetzt einen Lehrgang für dringend benötigte Realbrandausbilder und seit September gehört ein Realbrandtag zum klassischen Atemschutzlehrgang. „Wir wollen den Leuten etwas die Angst nehmen, weil sie in der Ausbildung schon mal echtes Feuer erlebt haben“, ergänzte Kreisbrandrat Danner. Außerdem, so Hauner, habe der Kreistag beschlossen, dass der Landkreis zukünftig bei der Anschaffung von Fahrzeugen immer einen Zuschuss gewährt, der 50 Prozent von der Zuschusssumme des Freistaates beträgt. So auch bei neuen Autos, die erst kürzlich für die überörtliche Hilfe beschafft worden waren.

 

Positive Zwischenbilanz des Kreisbrandrats

Der Kreisbrandrat blickte nach rund der Hälfte seiner sechsjährigen Amtszeit zurück, was bisher geschehen ist. Und seine Zwischenbilanz war durchaus positiv. Alle Ortsfeuerwehren konnten erhalten werden, auch die Jugendarbeit sei recht erfolgreich. „Schade nur, dass wir unseren geplanten Aktionstag für die Jugend absagen mussten.“ Danner bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit dem Landratsamt und den anderen Hilfsorganisationen in Bezug auf den Katastrophenschutz. Für das geplante Katastrophenschutzzentrum sei man noch auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück, betonten Hauner und Danner. „Aber ich brauche ja in den nächsten drei Jahren auch noch Arbeit“, resümierte der Chef der Kreisfeuerwehren.

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