Fachkräfte sichern: Jobs für Eltern schaffen

Die großen Ferien neigen sich dem Ende zu: Für die Kleinsten werden bereits die Schultüten gepackt. Im Landkreis Freising fiebern in diesem Jahr auch wieder Kinder, deren Familien derzeit Leistungen aus der Grundsicherung („Hartz IV“) beziehen, ihrem ersten Schultag entgegen.
„Eine gute Schulbildung legt den Grundstein für eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Bereits in den ersten Schuljahren brauchen Kinder Vorbilder, die ihnen vermitteln, dass Lernen und Arbeiten zum Leben gehören“, betont Karin Weber, Chefin der Agentur für Arbeit Freising. Zum Schulbeginn richtet sie deshalb einen Appell gezielt an die Arbeitgeber* der Region: „Ermöglichen Sie den Eltern dieser Kinder jetzt einen Neustart und bieten Sie ihnen berufliche Perspektiven an. Nutzen Sie die Chance, motivierte und qualifizierte Mitarbeiter für Ihren Betrieb zu gewinnen.“


Im Landkreis Freising leben aktuell rund 570 Familien mit Kindern unter 18 Jahren, die aus verschiedenen Gründen auf Leistungen aus der Grundsicherung angewiesen sind. Darunter rund 340 Mütter und Väter, die ihren Nachwuchs alleine großziehen.

Das Jobcenter Freising berät diese bei Fragen der Kinderbetreuung, informiert über Möglichkeiten der Ausbildung, Fortbildung und des Wiedereinstiegs in den Beruf. Im vergangenen Jahr startete zudem im Auftrag des Freisinger Jobcenter erstmals das Projekt „RückenWind“: Mütter und Väter werden bereits während der Elternzeit schrittweise auf eine Rückkehr ins Arbeitsleben vorbereitet.

 

In ausführlichen Coaching-Einzelgesprächen wird zunächst die aktuelle Situation analysiert, werden Chancen erörtert, berufliche Pläne definiert und Schritte zur Umsetzung der Ziele festgelegt. Die erarbeiteten Themen werden anschließend in Kleingruppen-Workshops vertieft. „Wir arbeiten intensiv daran, für jede Mutter und jeden Vater das passende Beschäftigungsverhältnis zu finden und setzen dabei auf eine sehr individuelle und ganzheitliche Beratung. So werden im Workshop auch Themen wie Zeitmanagement, Kommunikation, gesunde Ernährung und Lebensführung aufgegriffen“, erläutert Bernhard Reiml, Leiter des Jobcenter Freising. Für Rückfragen zum Projekt steht auch die Beauftragte für Chancengleichheit des Jobcenters Alexandra Weinzierl gerne zur Verfügung.


Bei ihren Bemühungen, Eltern die Rückkehr ins Berufsleben zu ermöglichen ist das Team des Freisinger Jobcenter auf das Engagement der Arbeitgeber der Region angewiesen: „Um den Spagat zwischen Elternsein und Beruf tatsächlich erfolgreich meistern zu können, sind familienfreundliche Rahmenbedingungen in den Betrieben – vor allem flexible Arbeitszeitmodelle – entscheidend“, so Reiml. Der Bedarf an Teilzeitstellen sei gerade bei Eltern von kleineren Kindern groß. Auch Telearbeit könne sowohl Betrieben als auch Arbeitssuchenden neue Chancen eröffnen.


Arbeitgeber, die Jobs für Eltern anbieten möchten, können sich mit dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Freising und des Jobcenter Freising in Verbindung setzen. Dieser steht Unternehmen beratend zur Seite und stellt gerne den Kontakt zu geeigneten Bewerbern her. Der Arbeitgeber-Service ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20 zu erreichen.

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