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Corona-Pressekonferenz: „Die Lage ist beherrschbar“

Zehn neue Infektionen mit dem Coronavirus hat das Gesundheitsamt Freising zuletzt innerhalb einer Woche registriert. So niedrig war die sogenannte 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Freising seit dem Ausbruch Anfang März nicht mehr. Insgesamt haben sich zum Stand 8. Mai, 12 Uhr, 919 Menschen im Landkreis mit COVID-19 angesteckt, 762 Personen sind bereits wieder genesen, 40 Menschen sind an oder mit COVID-19 verstorben.

 

„Die anfangs kritische Lage ist jetzt beherrschbar“, sagte der neue Landrat Helmut Petz im Rahmen seiner ersten Pressekonferenz im Landratsamt. „Scheinbar wie selbstverständlich haben wir das Geschehen im Griff – in medizinischer Hinsicht und auch die Versorgungslage“, so Petz. „Aber das ist alles andere als selbstverständlich.“ Das sei vor allem dem „hervorragenden Krisenmanagement“ und dem „außerordentlich großen Einsatz aller Beteiligten“ zu verdanken. Ob die Mitarbeiter im Landratsamt und im Gesundheitsamt, im Klinikum, die Ärzteschaft oder die vielen Helfer in den Rettungs- und Hilfsorganisationen im Landkreis – alle hätten sich „in unglaublicher Weise“ eingesetzt. „Das verdient unseren Dank und große Anerkennung“, betonte der Landrat.

 

Beispiel gefällig? Ab Montag, 11. Mai, wird an den Schulen im Landkreis Freising rund ein Drittel der Schülerinnen und Schüler wieder unterrichtet, eine Woche später wird es mehr als die Hälfte sein. „Wir rechnen damit, dass der eine oder andere Schüler ohne Maske kommt“, sagte Landrat Petz. Daher habe man sich entschlossen, allen Schulen – sämtliche Schularten eingeschlossen – anzubieten, sie vorsorglich mit Mund-Nase-Schutz zu versorgen. Über das Wochenende werden alle Einrichtungen, die sich gemeldet haben, jeweils 500 Masken erhalten – ausgefahren vom THW Freising. „Damit sie am Montagfrüh zum Schulstart vorliegen“, sagte Tobias Diepold, Leiter der Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung. Weiteres Beispiel: Alle Kirchen im Landkreis werden für die Gottesdienste jeweils zehn Liter Handdesinfektionsmittel erhalten.

 

Immer mehr Schüler werden also demnächst ihre Lehrer wiedersehen, doch dem „Lernen zuhause“ kommt weiterhin eine zentrale Bedeutung zu. Deshalb dürfen die landkreiseigenen Schulen ab sofort EDV-Geräte in eigener Entscheidung verleihen. „Der Landkreis hat dafür einen Musterleihvertrag erstellt und dem Verleih bis Schuljahresende grundsätzlich zugestimmt“, berichtete Florian Plajer, der Leiter der Abteilung Hoch- und Tiefbau. „Es zielt primär auf Schüler ab, die keine eigenen Endgeräte zur Nutzung zu Verfügung haben und diese nicht kurzfristig beschaffen können.“

 

Barbara Berger, Geschäftsführerin der Bildungsregion Freising, richtete den Blick auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie für die anderen Bildungsträger. „Wenn Kinder mit Migrationshintergrund nicht in den Kindergarten gehen und seit zwei Monaten kaum Deutsch gesprochen haben, dann hat das Auswirkungen. Das wird uns noch beschäftigen.“ In den Kitas würden derzeit pragmatische Lösungen gesucht, um den Kontakt zu den Kindern zu halten – wie zum Beispiel Vorlesen per Video. Hart getroffen habe die Krise unter anderem auch die Volkshochschulen, die Musikschulen und Chöre.

 

Ziel müsse es sein, nun bald wieder „ein Stück Normalität“ zu schaffen, sagte Helmut Petz. All die Helfer, die sich seit Wochen mit der Bekämpfung des Virus und seiner Folgen engagieren, sollen nach und nach ihren eigentlichen Aufgaben wieder nachgehen. So auch im Klinikum Freising. Dort habe sich die Lage „deutlich entspannt“, sagte der Ärztliche Direktor PD Dr. Markus Neumaier. Aktuell würden 28 Coronapatienten stationär behandelt, drei davon müssten beatmet werden. „Wir sind guter Dinge, dass wir das weiter stemmen können.“ Gleichzeitig müsse man umstrukturieren, um den Normalbetrieb wieder hochzufahren.

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