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7. Pressekonferenz zum Coronavirus im Landkreis Freising

Aktuell sind 774 Fälle von COVID-19 im Landkreis Freising registriert, 383 Menschen sind von der Erkrankung wieder genesen. 24 Menschen sind mit oder an COVID-19 verstorben. Alle Verstorbenen waren über 65 Jahre alt und hatten Vorerkrankungen.

 

Zehn der Verstorbenen waren Bewohner des Pflegeheims in Au, das besonders stark betroffen ist. „Dort hat sich die Situation leider verschärft trotz sehr gut durchgeführter Isolierungsmaßnahmen seitens des Heims“, berichtete bei der Pressekonferenz am 9. April Christine Setzepfandt vom Gesundheitsamt. Das Personal lege immer vollständige Schutzkleidung an, arbeite selbst im nicht betroffenen Bereich des Heims mit Schutzkittel, FFP2-Maske und Schutzvisier, so Setzepfandt. Im dem Pflegeheim ist mittlerweile auch ein bisher geschützter Bereich betroffen. Vor Ort sind aktuell 35 Bewohner positiv getestet, acht weitere positiv getestete befinden sich in verschiedenen Kliniken. Vom dortigen Pflegepersonal sind insgesamt 13 Personen positiv auf COVID-19 getestet worden.

 

Weitere Pflegeheime sind im Landkreis bisher nicht vom Coronavirus betroffen. Um die Pflegeheime zu entlasten und dort Platz für Isolierstationen zu schaffen, sind am Dienstag aus einem Moosburger Seniorenheim sechs nicht erkrankte Bewohner in ein barrierefreies Hotel in Eching umgezogen – dabei leistete das BRK Unterstützung. „Alle Bewohner sind freiwillig ins Hotel gegangen“, sagte Karoline Schatz, Abteilungsleiterin für Öffentliche Sicherheit und Ordnung. Das Hotel biete Platz für insgesamt 39 Personen. Kosten kommen auf die Heimbewohner durch den Hotelaufenthalt jedoch nicht zu. Auch ihre Betreuung ist gesichert: Versorgt werden sie hauptsächlich von Pflegepersonal, dass dem öffentlichen Aufruf des Landratsamtes gefolgt war und entsprechend geprüft und eingewiesen wurde.

 

Landrat Josef Hauner bedankte sich ausdrücklich bei dem ehrenamtlichen Pflegepersonal. Sein besonderer Dank galt auch den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes und den Mitgliedern der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK), die seit Wochen teils rund um die Uhr im Einsatz sind, um die medizinische Versorgung zu gewährleisten, um Strukturen aufzubauen und Material zu beschaffen. Auf Weisung des Ministeriums muss die FÜGK derzeit im 24-Stunden-Betrieb besetzt sein.

 

Im Klinikum sei die Lage derzeit stabil, berichtete der Ärztliche Direktor PD Dr. Markus Neumaier. „Wir haben ein hohes Patientenaufkommen mit etwa 60 Corona-Patienten pro Tag. Es kommen täglich welche dazu, aber wir können auch täglich Patienten wieder entlassen.“ Derzeit befinden sich elf COVID-19-Patienten auf der Intensivstation, sieben von ihnen werden beatmet. Drei neue Beatmungsgeräte sind kürzlich ans Klinikum geliefert worden, man wartet noch auf zwei weitere. Damit sei aber Beatmungskapazität vorhanden, sagte Neumaier. Für die Versorgung der Erkrankten sind spezielle Geräte notwendig. Leichter zu beschaffene Heimbeatmungsgeräte seien dagegen „weniger gut“ geeignet, so Neumaier. Auch mit der Schutzausrüstung komme man im Klinikum gut „über die Osterfeiertage“. Im Namen des Klinikums bedankte sich der Ärztliche Direktor für über 40 Einzelspenden von Schutzmaterial, aber auch von Osterüberraschungen und Lebensmitteln seitens der Freisinger Bevölkerung. „Die Hilfsbereitschaft ist sehr groß“, sagte Neumaier.

 

Als kurzfristige Regierungsmaßnahme wurde in der vergangenen Woche das Amt eines Versorgungsarztes für den Landkreis eingerichtet. Dr. Mark Bardenheuer hat das Amt im Landkreis Freising übernommen. Aus seiner Sicht ist die Lage sehr zufriedenstellend: „Die hausärztliche Versorgung des Landkreises ist gesichert – auch über die Feiertage – ebenso wie die ärztliche Versorgung der verschiedenen Heime und von Gemeinschaftseinrichtungen wie etwa der Lebenshilfe“. 

 

In Asylunterkünften gibt es bisher in zwei kleinen dezentralen Einrichtungen bestätigte Coronavirus-Fälle: vier in einer Unterkunft in Attenkirchen und einen in einer Unterkunft in Fahrenzhausen. In den Unterkünften werde man bei Verdachtsfällen mit Testungen aktiv, sagte die neue Leitung des Gesundheitsamtes Dr. Kathrin Mariß-Heinrich.

 

Nachdem die Zahl der Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung zuletzt stark angestiegen ist, bat der Landrat im Namen von Freisings Polizeichef Ernst Neuner nochmals um Verständnis bei den Bürgern – insbesondere auch über die Osterfeiertage.

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